Das erste Turnier: Was Eltern vorher wissen sollten

In diesem Beitrag
Beim ersten Kyorugi-Turnier, also einem Zweikampf, ist für ein Kind fast alles neu: Anmeldung, Wiegen, Wartezeiten, Aufruf und die besondere Atmosphäre in der Halle. Wer den Ablauf kennt, kann sein Kind ruhiger begleiten.
Der Turniertag auf einen Blick
Ein Tag, viele kleine Schritte.
Die Grundstruktur hilft Kindern und Eltern, sich zu orientieren. Bei größeren Turnieren können längere Wartezeiten entstehen.
- 01AnkommenTeam, Trainer und Umkleide finden.
- 02Check-in / ggf. WiegenUnterlagen und Gewichtsklasse klären.
- 03WartenAufruf für die richtige Wettkampffläche beachten.
- 04AufwärmenVorbereiten und Schutzausrüstung kontrollieren lassen.
- 05KampfDer Coach gibt die taktischen Anweisungen.
- 06ErholenTrinken, durchatmen und selbst erzählen lassen.
Wer entscheidet, ob ein Kind bereit ist?
Die Teilnahme ist freiwillig. Wenn das Trainerteam das Kind für ausreichend vorbereitet hält und Kind, Eltern und Trainerteam gemeinsam für einen Start entscheiden, übernimmt der Verein die Anmeldung.
Entscheidend sind nicht nur Alter oder Gürtelfarbe. Wichtig ist auch, ob das Kind auf den Coach hört, die Regeln versteht, Distanz halten und Kraft dosieren kann und sich im Kampf zurechtfindet. Für den ersten Start zählt technische und mentale Bereitschaft mehr als die bisherige Trainingsdauer.
Anmeldung und Ausschreibung
Für die Meldung braucht der Verein nur die Daten und Nachweise, die der Veranstalter verlangt, zum Beispiel ein Ausweisdokument oder eine Einverständniserklärung.
Wichtig sind vor allem:
- Meldeschluss und benötigte Nachweise,
- Wiegezeit sowie Alters- und Gewichtsklassen,
- Zeitplan und Zulassungsregeln,
- vorgeschriebene Ausrüstung,
- das verwendete elektronische Schutzsystem (PSS) und die passenden E-Socks.
Die Ausschreibung ist immer verbindlich – insbesondere für Wiegen, Zeitplan, Ausrüstung und E-Socks. Auch bei ähnlichen Turnieren können einzelne Regeln und Zeiten abweichen.
Gewichtsklasse und Wiegen
Sportler werden nach Alter, Geschlecht und Gewicht eingeteilt. Bei manchen Kinderturnieren zählen zusätzlich Leistungsstand oder Gürtelgrad.
Bei größeren internationalen Turnieren findet das offizielle Wiegen oft am Tag vor dem Wettkampf statt.
Bei kleineren Turnieren in Deutschland kann das Wiegen auch erst am Wettkampftag stattfinden, manchmal nur wenige Stunden vor den Kämpfen.
Bei großen WT-Turnieren kann am nächsten Morgen zusätzlich ein Random Weigh-in stattfinden. Dabei werden einzelne Sportler zufällig noch einmal zum Wiegen ausgewählt.
Plant deshalb genug Zeit ein und orientiert euch an den veröffentlichten Wiegezeiten.
Was gehört in die Turniertasche?
Am besten wird die Tasche schon am Abend vorher gepackt. So bleibt am Turniertag mehr Ruhe für das Kind und die Vorbereitung.
In der Regel sollten dabei sein:
- Dobok,
- Gürtel,
- Tiefschutz,
- Mundschutz,
- Unterarmschutz,
- Schienbeinschutz,
- Handschützer,
- passende E-Socks bei Turnieren mit PSS,
- gegebenenfalls Fußschützer,
- Schlappen,
- erforderliche Dokumente,
- Wasser,
- leichte Verpflegung,
- ein Ersatzshirt oder Handtuch.
Elektronischen Kopfschutz und elektronische Weste stellt immer der Veranstalter bereit; beides gehört nicht in die Turniertasche. Klärt vor dem Packen kurz mit dem Trainer, was ihr darüber hinaus für die konkrete Veranstaltung selbst mitbringen müsst.
Für Training oder Lehrgänge können Sportler später eigene, nicht elektronische Schutzausrüstung kaufen, etwa Kopfschutz und Weste. Zum Einstieg ist das weder Pflicht noch nötig; im Verein sind Helme und Westen vorhanden.
Vor und während des Kampfes
Vor dem Kampf
Vor dem Kampf sollte sich das Kind möglichst nicht mit organisatorischen Dingen beschäftigen müssen.
Das Trainerteam steuert Aufwärmen und sportliche Vorbereitung. Eltern können bei Bedarf Zeitplan, Aufrufe und benötigte Sachen im Blick behalten.
Eltern helfen am meisten, wenn sie in dieser Phase ruhig bleiben und keinen zusätzlichen Druck erzeugen.
So kann sich das Kind auf das Aufwärmen, den Coach und den bevorstehenden Kampf konzentrieren. Kurze, ruhige Sätze helfen dabei mehr als viele letzte Tipps.
Aufregung ist gerade beim ersten Turnier völlig normal.
Während des Kampfes
Die taktischen Anweisungen kommen vom Coach. Rufen Eltern, Freunde und andere Personen gleichzeitig zusätzliche Kommandos, weiß das Kind möglicherweise nicht mehr, auf wen es hören soll.
Die beste Unterstützung der Eltern ist deshalb emotional und nicht taktisch. Unterstützt euer Kind und überlasst die taktischen Entscheidungen dem Sportler und seinem Coach.
Nach dem Kampf
Unmittelbar nach einem Kampf muss nicht jede einzelne Aktion analysiert werden.
Gebt dem Kind zuerst Zeit, durchzuatmen, etwas zu trinken und selbst zu erzählen, wie es den Kampf erlebt hat.
Wenn noch ein weiterer Kampf folgt, geht es zunächst darum, sich zu erholen und wieder vorzubereiten.
Ist das Turnier für das Kind beendet, kann die technische Auswertung später in Ruhe erfolgen. Trainer und Sportler ordnen dann gemeinsam die wichtigsten Situationen ein.
Das erste Turnier ist Teil des Trainings
Eine Medaille muss beim ersten Turnier nicht das wichtigste Ziel sein.
Ein gelungener erster Start kann auch bedeuten, trotz Nervosität anzutreten, auf den Coach zu hören und nach dem Kampf fair mit dem Ergebnis umzugehen.
Das Kind lernt:
- ein Wiegen zu durchlaufen,
- auf seinen Aufruf zu warten,
- in einer fremden Halle anzutreten,
- den Coach trotz Lärm zu hören,
- mit Nervosität umzugehen,
- vor Zuschauern auf die Wettkampffläche zu gehen,
- mit Sieg und Niederlage umzugehen.
Das Ergebnis auf der Anzeigetafel ist dabei nur ein Teil. Das Turnier zeigt auch, was bereits gut funktioniert und woran im Training weitergearbeitet werden kann.
Aktuelle Turniere findet ihr im Turnierkalender, Berichte unter Aktuelles.