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Gürtelprüfung & Graduierung

Die erste Gürtelprüfung im Taekwondo: Was Eltern wissen sollten

Kind mit weißem Gürtel übt neben einem Trainer mit schwarzem Gürtel auf der Taekwondo-Matte.
Kind mit weißem Gürtel übt neben einem Trainer mit schwarzem Gürtel auf der Taekwondo-Matte.
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Die erste Gürtelprüfung macht sichtbar, was ein Kind im Training gelernt hat. Sie ist kein Wettlauf und kein automatischer Termin nach einer bestimmten Zahl von Trainingsmonaten. Entscheidend ist, ob die Grundlagen für den nächsten Grad sicher genug sind.

Der Weg zur nächsten Stufe

Kup → Poom → Dan

Kup sind die Schülergrade mit farbigen Gürteln; ihre Zahl sinkt bis zum 1. Kup. Danach folgen unter 15 Jahren die Poom-Grade mit rot-schwarzem Gürtel. Ab 15 beginnt der Weg über die Dan-Grade mit schwarzem Gürtel.

  1. 01
    10. KupWeiß · Start
  2. 02
    9.–1. KupFarbgürtel · Schülergrade
  3. 03
    1.–3. PoomRot-Schwarz · unter 15
  4. 04
    1.–9. DanSchwarz · ab 15

Was ist eine Gürtelprüfung?

Bei einer Gürtelprüfung zeigt ein Kind, was es für den nächsten Grad gelernt hat. Dazu gehören praktische Fähigkeiten, theoretisches Wissen und der verantwortungsvolle Umgang mit Partnern.

Die Prüfungsordnung der Deutschen Taekwondo Union (DTU) legt dafür den verbindlichen Mindeststandard fest. Welche Aufgaben am Prüfungstag gezeigt werden, richtet sich nach dem angestrebten Grad und dem gültigen Prüfungsprogramm.

Wann ist ein Kind bereit?

Bei Black Tiger empfiehlt das Trainerteam die Teilnahme an der Prüfung, sobald ein Kind auf die Anforderungen des nächsten Grades ausreichend vorbereitet ist. Es sieht das Kind regelmäßig im Training und kann einschätzen,

  • ob es die Grundtechniken ausreichend sicher ausführt,
  • ob es Kommandos versteht und aufmerksam umsetzt,
  • ob es Gleichgewicht und Kraft kontrolliert,
  • ob es mit einem Partner verantwortungsvoll übt,
  • ob es mit den Inhalten des nächsten Grades vertraut ist.

Kinder lernen unterschiedlich schnell. Alter, Trainingsdauer oder die Gürtelfarbe anderer Kinder sind deshalb kein verlässlicher Maßstab. Wenn das Trainerteam empfiehlt, noch etwas zu warten, ist das keine Strafe: Ein paar zusätzliche Wochen für die Grundlagen können mehr bringen als eine zu frühe Prüfung.

Erste Prüfung: 9. Kup

Der 10. Kup ist der Einstieg mit weißem Gürtel. Dafür gibt es keine eigene Prüfung; erwartet werden zunächst die Verhaltensregeln im Dojang und im Training.

Die erste formale Prüfung führt deshalb normalerweise zum 9. Kup, dem weißen Gürtel mit gelbem Streifen. Die DTU nennt dafür eine Mindestvorbereitungszeit von zwei Monaten seit der ersten Trainingsaufnahme.

Was wird geprüft?

Beim 9. Kup stehen laut DTU zunächst Grundschule, einfache Zweikampfübungen wie Step-Sparring und Pratzensparring sowie die koreanischen und deutschen Bezeichnungen der bisher gelernten Techniken, Fußstellungen und Kommandos im Mittelpunkt.

Mit den nächsten Kup-Graden wachsen die Anforderungen. Dann kommen die Überprüfung früherer Inhalte, anspruchsvollere Technik und Theorie sowie ein Wahlpflichtprogramm hinzu. Später gehören je nach Grad auch Poomsae, Situations- oder freies Sparring, Selbstverteidigung und weitere Prüfungsfächer dazu.

Das Kind sollte am Prüfungstag nichts davon zum ersten Mal sehen. Die Inhalte werden vorher im Training aufgebaut und wiederholt; die genaue Zusammenstellung richtet sich nach dem angestrebten Grad und der gültigen Prüfungsordnung.

Ablauf am Prüfungstag

Das Trainerteam informiert die Familien vorab über Beginn, benötigte Unterlagen und den Treffpunkt. Die Kinder kommen rechtzeitig, ziehen ihren Dobok an und tragen den bisher erworbenen Gürtel.

Für minderjährige Prüflinge muss außerdem die vorgeschriebene, von mindestens einer sorgeberechtigten Person unterschriebene Einverständniserklärung im Verein vorliegen.

Eltern müssen den Ablauf nicht auswendig kennen; die Kinder werden vor Ort angeleitet.

Die genaue Reihenfolge legt der Prüfer fest. Die Prüfung beginnt mit der Eröffnung und endet mit der Bekanntgabe des Ergebnisses. Dazwischen stellen sich die Kinder auf, hören auf die Kommandos und zeigen die geforderten Aufgaben einzeln oder in der Gruppe.

Aufregung ist dabei normal. Auch aufmerksam zu bleiben, während andere Menschen zuschauen, gehört zu dieser neuen Erfahrung.

Welcher Dobok ist richtig?

Bei der Prüfung tragen die Kinder einen ordentlichen weißen Dobok mit Jacke und Hose sowie den bereits erworbenen Gürtel. Geprüft wird grundsätzlich barfuß; unter der Jacke darf ein weißes T-Shirt getragen werden. Schmuck und andere gefährdende Gegenstände müssen vorher abgelegt werden.

Bei Black Tiger verwenden wir einen Dobok für World Taekwondo, keinen ITF- oder speziellen Poomsae-Dobok. Kup-Sportler tragen einen weißen V-Kragen, Poom-Sportler einen rot-schwarzen und Dan-Sportler einen schwarzen V-Kragen. Fragt vor dem Kauf eines neuen Doboks kurz das Trainerteam.

Mindestzeiten zwischen den Prüfungen

Die DTU legt für die Kup-Grade folgende Mindestvorbereitungszeiten fest:

  • 9. bis 5. Kup: jeweils mindestens zwei Monate,
  • 4. und 3. Kup: jeweils mindestens vier Monate,
  • 2. und 1. Kup: jeweils mindestens sechs Monate.

Beim 9. Kup zählt die Zeit seit Trainingsbeginn, danach jeweils seit der letzten Graduierung. Diese Mindestabstände ersetzen nicht die Einschätzung des Trainerteams. Für Poom- und Dan-Grade gelten eigene Alters- und Vorbereitungsregeln, die erst auf dem Weg zum Schwarzgurt wichtig werden.

Fehler, Nichtbestehen und Wiederholung

Ein Wackler oder eine vergessene Bewegung bedeutet nicht automatisch, dass die Prüfung nicht bestanden ist. Die einzelnen Prüfungsbereiche werden mit „Ja“ oder „Nein“ bewertet. Bestanden ist die Prüfung, wenn mehr als die Hälfte der zu absolvierenden Bereiche mit „Ja“ bewertet wurde. Alter, Entwicklungsstand und körperliche Voraussetzungen des Kindes werden dabei angemessen berücksichtigt.

Reicht die Gesamtleistung diesmal nicht aus, ist das kein Drama. Eine nicht bestandene Kup-Prüfung kann nach der DTU-Prüfungsordnung frühestens nach drei Wochen wiederholt werden. Das Trainerteam erklärt, woran noch gearbeitet werden sollte und wann ein neuer Versuch sinnvoll ist.

Der neue Gürtel markiert den nächsten Trainingsabschnitt, nicht das Ende des Lernens. Ein Kind darf darauf stolz sein und trainiert anschließend mit neuen Inhalten weiter.

Den verbindlichen Rahmen findet ihr in der aktuellen DTU-Prüfungsordnung.