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Elektronische Wertung

Daedo Gen3 oder KPNP K2?

Vor dem ersten größeren Turnier tauchen Begriffe wie PSS, Daedo, KPNP oder E-Socks auf. Für Eltern ist die wichtigste Regel schnell erklärt: Erst die Ausschreibung lesen, dann kaufen. Systeme verschiedener Hersteller und Generationen sind nicht beliebig miteinander kombinierbar.

Was ein PSS beim Kampf macht

PSS bedeutet „Protector and Scoring System“. Zum System gehören die elektronische Weste, ein elektronischer Kopfschutz, Sender und Empfänger, die Wettkampfsoftware sowie die passenden E-Socks. Die Elektronik prüft bei einem Tritt den Kontakt zur erlaubten Trefferfläche und die Stärke des Stoßes. Erfüllt der Treffer die eingestellten Bedingungen, werden die Messwerte an die Software übertragen und die Wertung angezeigt.

Damit ist der Kampf nicht vollautomatisch. Kampfrichter leiten den Kampf, vergeben Strafen und bestätigen Wertungen, die das Regelwerk weiterhin ihnen zuweist.

Daedo: Magnetkontakt und piezoelektrische Messung

Bei Daedo sitzen magnetische Elemente in den E-Socks. Sie markieren den Kontakt des Fußes mit der erlaubten Trefferfläche. Die Stärke des Treffers wird im elektronischen Schutz gemessen. Das patentierte TrueScore-System nutzt dafür ein piezoelektrisches Koaxialkabel, das in einem festgelegten Muster durch den Schutz verläuft. Wird das Kabel durch einen Treffer belastet, entsteht eine elektrische Spannung. Das System verarbeitet dieses Signal und gleicht es mit dem erkannten Fußkontakt ab.

Bei Gen3 hat Daedo außerdem die Zahl der Kontaktpunkte im Fußschutz von 11 auf 15 erhöht und die Funkübertragung sowie die Bauform überarbeitet. Daedo erklärt die Neuerungen von Gen3; die Konstruktion mit dem piezoelektrischen Kabel ist im Patent zur elektronischen Schutzweste beschrieben.

KPNP: flächiger Drucksensor und RFID-Näherungserkennung

KPNP geht technisch einen anderen Weg. Im elektronischen Schutz liegt ein flächiger Folien-Drucksensor. Er misst, wie stark die Trefferfläche belastet wird. Gleichzeitig erkennt eine Antenne die elektronische Kennung der passenden E-Socke. Vereinfacht gesagt: Die Weste prüft Druck und richtigen Fußkontakt.

Die KPNP-Unterlagen nennen dafür einen „film-type impact sensor“ und einen „proximity sensor“. Ein aktuelles Patent von KPNP beschreibt dazu einen flächigen Drucksensor und eine RFID-Marke im Fußschutz, die von einer Antenne im elektronischen Schutz gelesen wird. KPNP zeigt den Aufbau des elektronischen Körperschutzes; die Kombination aus Druckmessung und elektronischer Kennung ist in der Patentschrift von KPNP erläutert.

Die beiden Systeme verfolgen damit dasselbe Ziel, messen aber nicht auf dieselbe Weise. Deshalb funktioniert eine KPNP-Socke nicht an einer Daedo-Weste. Auch innerhalb einer Marke muss die Generation zur Turniertechnik passen.

Was 2026 für Starts in Deutschland relevant ist

Nach unserer aktuellen Turnierpraxis sind vor allem Daedo Gen3 E-Socks und KPNP K2 E-Socks wichtig. Daedo Gen2 und KPNP K1 werden bei einzelnen Veranstaltungen noch eingesetzt oder zugelassen, verlieren aber nach und nach an Bedeutung. Die Umstellung geschieht nicht überall gleichzeitig: Bei den Arnsberg Open 2026 ist beispielsweise Daedo Gen3 vorgesehen, Gen2 wird dort noch akzeptiert.

Elektronische Weste und Helm stellt der Veranstalter bei entsprechend ausgestatteten Turnieren normalerweise an der Fläche bereit. Die eigenen E-Socks bringt der Sportler mit, sofern die Ausschreibung das verlangt. Deshalb bitte nicht auf Verdacht bestellen: Wir prüfen vorher gemeinsam Hersteller, Generation und Größe.